Lebensberatung & Psychotherapie – Start


Psychotherapie, psychologische Beratung, Lebensberatung

Lebensberatung, Angst und Psychotherapie

Psychotherapie und Lebensberatung für jedermann

Psychotherapie für "Normale" (!?)

Psychologische Beratung – mit Psychologie ?

Lebensberatung – ohne Psychologie ?

Eheberatung und Paarberatung – Lebensberatung oder Psychotherapie ?

Persönliche und telefonische Beratung, Online-Beratung



Heilpraktiker, psychologischer Berater, Arzt und Psychologe

Rechtliches – wer darf was?

Psychologischer Berater und Lebensberater – wer kann was?




Lebensberatung, Psychotherapie – die Macht des Wortes







Lebensberatung, Liebeskummer, Depression
Du kannst nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wie gut ein anderer die Wahrheit
akzeptiert; du kannst nur Sorge dafür tragen, wie gut sie übermittelt wird. Und damit meine
ich nicht nur das Maß an Klarheit; ich meine wie liebevoll, wie mitfühlend, wie sensibel,
wie mutig und wie vollständig.

Gespräche mit Gott, Band 2






 

Psychotherapie und Lebensberatung für jedermann


Psychotherapie für "Normale" (!?)

Vor der Frage, für wen Psychotherapie in Frage kommt und wer sie ausübt (z.B. Heilpraktiker für Psychotherapie, Psychologen, psychologischer Berater usw. ) steht eine andere: Was ist Psychotherapie überhaupt und was unterscheidet sie von Beratung, sprich psychologische Lebensberatung ?

Psychotherapie lindert und heilt mit Hilfe anerkannter Methoden psychologische Störungen, die Krankheitswert besitzen. Störungen mit Krankheitswert sind z.B. neurotische Angst und Krisen, Ess-Störungen, depressive Verstimmungen bzw. Depression, Zwangsverhalten und Zwänge, Trauma, Sucht und psychosomatische Erkrankungen (das Thema psychosomatische Erkrankungen wird dort ausführlich erläutert).
Normaler Liebeskummer bei Trennung in der Partnerschaft z.B. hat noch keinen Krankheitswert, eine von neurotischer Eifersucht geprägte Partnerschaft hingegen schon. Sexuelle Störungen, Trauer, Midlife-Crisis, Nervosität, mangelnde Stressbewältigung und noch viele andere Dinge können Krankheitswert besitzen, je nach Ausmaß und Umstände. Der Krankheitswert einer Störung ist entscheidendes Abgrenzungsmerkmal zu Lebensberatung und psychologische Beratung, die keine Krankheiten heilen sollen.

Das Abgrenzungskriterium Krankheitswert kann fließende Übergänge besitzen, denn ab wann ein psychisches Problem bereits Krankheitswert besitzt, lässt sich oft nicht objektiv (er-)messen und feststellen. Die Abgrenzung zwischen Psychotherapie und psychologische Beratung bzw. Lebensberatung ist daher bisweilen schwierig. Diese diagnostische Schwierigkeit mit Grenzfällen kann für Behandler aller Ausbildungen bestehen, ob hochqualifizierter Arzt oder einfacher psychologischer Berater. Die Frage der Krankheit ist immer auch eine Frage der subjektiven Empfindung des Betreffenden und der Behandler "steckt nicht drin".

Anders als bei Lebensberatung und psychologischer Beratung wird der Begriff der Psychotherapie zu Unrecht noch immer häufig mit "Klapsmühle" und "verrückt sein" assoziiert. Denn eine Psychotherapie behandelt weniger die mit ihr oft assoziierten schweren Fälle, die in psychiatrischen Anstalten stationär versorgt werden, sondern viel häufiger "normale" Menschen. Normale Menschen, die an Störungen leiden, die im Laufe eines Lebens nahezu jeden mal ereilen. So mag sich z.B. eine Depression nach dem Tod eines geliebten Menschen einstellen. Die mögliche Trennung nach 30 Jahren Ehe kann zu neurotischer Angst vor dem Alleinsein führen und eine Psychotherapie als therapeutische Eheberatung nahelegen. Usw. usw.

Egal, wie es nun konkret dazu kommen mag, es ist wohl so, wie schon der Volksmund sagt, dass nämlich jeder so seinen "Knacks" hat. Und dementsprechend u.U. zumindest zeitweise Hilfe benötigt, zumindest in Form einer einfachen Lebensberatung. Nicht das dauernde Normal-Sein ist also normal, sondern einen Knacks haben ist gewissermaßen normal. Willkommen im Club. Sie sind nicht alleine. Sie sind ein Mensch. Wer das nicht akzeptiert und seine Probleme verdrängt, verschärft sie dadurch nur.

Einen Knacks haben ist übrigens nicht nur normal, sondern in gewisser Hinsicht sogar gut. Ich meine für den Betreffenden, nicht für den Behandler, der als Psychotherapeut oder psychologischer Berater über eine Psychotherapie oder Lebensberatung davon lebt.
Der akut Notleidende sieht das verständlicherweise anders, aber – wie das Sprichwort sagt – wo viel Schatten ist, ist auch viel potentielles Licht. Eine Tatsache, auf die ich in meiner Arbeit als Therapeut und Berater gerne hinweise. Sie beruht auf dem äußerst wichtigen Umstand, dass Licht nicht aus dem luftleeren Raum heraus entsteht, sondern durch die Verwandlung des Schattens zu Licht. Verliehe man jeder Störung einen bestimmten Minus-Wert, z.B. -5, dann liegt dieser Wert nach der Heilung nicht bei der unauffällig normalen "0", sondern bei der auffällig gut aussehenden +5 !
Anders formuliert, es wird eine Fähigkeit und Erkenntnis gewonnen. Ich denke, genau darin liegt der Sinn des Lebens mit all seinen Schwierigkeiten und Mühen. Ein guter Grund, die Einstellung zu den eigenen Schwierigkeiten und zu psychologischer Hilfe insbesondere als Psychotherapie zu überdenken.

Also wer will schon normal sein? Der Gang zum Therapeuten sollte vielleicht nicht so selbstverständlich und cool sein, wie in einigen Großstädten der USA, aber weder eine Psychotherapie noch eine gelegentliche psychologische Beratung oder Lebensberatung sind ein Grund zur Scham.

                 
Lebensberatung – Midlife-Crisis – Trauer

Innere Zerissenheit...
Lebensberatung, Eheberatung

...und depressive Verstimmung
können jeden mal treffen.

Und ebenso kann jeder daraus Stärke(n) entwickeln.
                 

Psychologische Beratung – mit Psychologie ?

Was macht nun ein psychologischer Berater bzw. was ist psychologische Beratung und inwieweit ist Psychologie integriert? Der Begriff Beratung klingt viel harmloser und unscheinbarer als Psychotherapie. Das liegt zum einen daran, dass Beratung auch in vielen nicht-psychologischen Lebensbereichen wie z.B. Finanzen und Rechtswesen existiert.
Der vermutlich wichtigere Grund liegt aber in der psychologischen Beratung selbst begründet. Wie bereits erwähnt, hat sie genau wie die Lebensberatung keine Krankheiten zum Gegenstand. Sie hilft vielmehr bei konkreten, aktuellen Lebensproblemen z.B. in Beruf, Familie und Partnerschaft, deren angemessene Bewältigung dem Betroffenen nicht gelingt.

Eine psychologische Beratung kann zwar durchaus der Erhaltung und Förderung der Gesundheit dienen, nicht aber der Heilung bestehender, psychischer Krankheiten. Das im Allgemeinen geringere Ausmaß an psychischer Problematik und der geringere Leidensdruck erfordern daher in der Regel eine entsprechend kürzere Hilfestellung als bei einer Psychotherapie. Dieses Merkmal teilt sie mit der Lebensberatung. Wie im nächsten Kapitel zu sehen sein wird, sind die Unterschiede zur Lebensberatung generell nicht sehr groß.

Ein psychologischer Berater bedient sich ebenso wie die Psychotherapie anerkannter Methoden, wenn er sie wie z.B. ich als Heilpraktiker gelernt hat. Dann werden z.B. entgegen der wörtlichen Bedeutung von "Be-rat-ung" keine einfachen, direkten Ratschläge erteilt. Sie bewirken in der Regel wenig bis gar nichts. Dieses Vorgehen unterscheidet die psychologische Beratung von der allgemeinen Lebensberatung. Wie es das Wort schon nahe legt, integriert sie Elemente der Psychologie. Zumindest theoretisch, denn die Realität im Internet besteht aus einem großen und undurchschaubaren Beratungsmarkt. Auf diesem bewegen sich viele Laien, deren psychologische Beratung bzw. Lebensberatung keine nennenswerte psychologische Kompetenz aufweist.

Ein guter und echter psychologischer Berater zielt unter anderem darauf ab, im Hilfesuchenden selbst wurzelnde Veränderungen und Erkenntnisse zu bewirken. Hilfe zur Selbsthilfe kennzeichnet eine gute psychologische Beratung und Psychotherapie gleichermaßen. Der Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe ist aber kein natürliches und unbedingt zu erwartendes Charakeristikum der Lebensberatung.
Da die begriffliche Unterscheidung keinen offiziellen, gesetzlichen Hintergrund hat, kommt es auch zur Vermengung, insbesondere als psychologische Lebensberatung. Diese sogenannte psychologische Lebensberatung entspricht dann entweder einer nur begrifflich aufgewerteten Lebensberatung oder ist de facto eine psychologische Beratung.

Was ein psychologischer Berater tut und was psychologische Beratung im Vergleich zu Psychotherapie und Lebensberatung ausmacht, wird noch etwas deutlicher an zwei nachfolgend vorgestellten besonderen psychologischen Beratungsarten.

Psychologisches Coaching und Krisenintervention sind wichtige Sonderformen der psychologischen Beratung. Beim psychologischen Coaching hat der Hilfesuchende ein akut-aktuelles Anliegen vor allem (aber nicht ausschließlich) beruflicher Art. Der Berater bzw. Coach verhilft z.B. über eine verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung zu neuen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten sowie zur Entwicklung und Umsetzung konkreter, eigener Lösungsansätze. Psychologisches Coaching ist also lösungs- und zielorientiert. Coaching findet z.B. auch im Sport und zur Unterstützung von Personen mit Führungsaufgaben statt. Die psychologischen Elemente können hier im Hintergrund stehen.
Bei der Krisenintervention hat sich das Problem zu einer psychischen Ausnahmesituation zugespitzt. Sie erfordert daher i.d.R. zunächst psychologische "Erste Hilfe", ohne sich dann darauf beschränken zu müssen.
Für Coaching und Krisenintervention benötigt der psychologische Berater spezielle Kenntnisse, die einer Lebensberatung bzw. dem Lebensberater abgehen. Beide werden allerdings wie die Lebensberatung auch online als Online-Beratung oder telefonisch als Telefonberatung angeboten.

                 

Lebensberatung – ohne Psychologie ?

Was Lebensberatung ausmacht, ist größtenteils bereits angesprochen worden. Sie hilft als allgemeine Lebenshilfe bei der Bewältigung aktueller Lebensprobleme aller Art und hat keine psychischen Krankheiten zum Gegenstand. Ihre Dauer und Häufigkeit ist folglich eher gering. Noch weniger als ein psychologischer Berater sollte sich daher der Lebensberater in Grenzbereichen zur Psychotherapie tummeln. Noch eindeutiger nämlich als die psychologische Beratung beschäftigt sich die Lebensberatung nicht mit krankhaften Störungen. Dies gilt unter anderem auch für esoterische und spirituelle Lebensberatung, die vor allem im Internet anzutreffen ist. Schwarze und graue Schafe gibt es last not least schließlich auch unter Astrologen, die astrologische Lebensberatung offerieren.

Die Verwendung von Psychologie und anerkannter psychologischer Methoden z.B. der Gesprächsführung ist bei einer Lebensberatung nicht unbedingt zu erwarten. Ein qualifizierter Therapeut, der neben der Psychotherapie eine einfache Lebensberatung anbietet, wird solche psychologische Methoden aber wahrscheinlich anwenden. Anders als ein solcher Psychotherapeut muss der nicht ausgebildete Lebensberater Anliegen und Problemstellung des Kunden genau im Auge haben. Je spezieller und tiefgehender das Anliegen des Klienten, desto spezieller und höher auch die Qualifikationsanforderungen. Erhöhten Anforderungen kann eine normale Lebensberatung nicht mehr gerecht werden kann. Jeder, der ohne echte Ausbildung Lebensberatung anbietet, sollte seine Kompetenzen realistisch einschätzen. Das wäre für beide Seiten wichtig, gerade in dem oft irreführenden Spiel mit Worten, wie nachfolgend bei der Eheberatung zu sehen sein wird. Außerdem dient es dem Schutz des Patienten bzw. Ratsuchenden.

Lebensberatung wird relativ häufig als Onlineberatung bzw. Internetberatung angeboten oder auch als telefonische Lebensberatung, wie ich es selbst mache. Grundsätzlich eignet sie sich dafür gut, wenngleich die Internetberatung (Online-Beratung) gegenüber der Beratung per Telefon Nachteile hat (siehe unten).
Was die allgemeine Lebensberatung mit Psychotherapie und psychologische Beratung teilt, ist die zentrale Rolle der Gesprächsführung.

                 

Eheberatung und Paarberatung – Lebensberatung oder Psychotherapie ?

Ein besonders interessantes und praxisrelevantes Beispiel für die Abgrenzung zwischen Psychotherapie und Lebensberatung bzw. psychologischer Beratung kommt aus dem Lebensbereich der Partnerschaft, nämlich die Eheberatung. Bei Schwierigkeiten in der Partnerschaft herrscht besondere Verwirrung über mögliche Hilfen. Was genau ist unter Eheberatung zu verstehen?
Zunächst mal beschränkt sich die Eheberatung entgegen dem Wortlaut nicht nur auf die Ehe. Sie umfasst auch die nicht-eheliche Partnerschaft und Beziehung. Manche bevorzugen daher den weiter gefassten Ausdruck der Paarberatung, faktisch ist also Eheberatung und Paarberatung das Gleiche.

Etwas kniffliger ist die Unterscheidung von Eheberatung und Paarberatung zur Ehetherapie bzw. Paartherapie. Leider kann man sich hier nicht auf die oben erklärten Unterschiede zwischen Beratung und Therapie (Krankheitswert ect.) verlassen: Die Eheberatung kann auch Psychotherapie darstellen. Die Ehe- bzw. Paartherapie wiederum muss nicht zwingend echte Psychotherapie sein, kann auch nur Beratung sein. Entscheidend ist letzlich, welche Störungen vorliegen und was der Eheberater macht. Die Art der Partnerschaft ist nicht relevant.
Wenn beides möglich ist – Psychotherapie und Lebensberatung – dann gilt dies auch für den Eheberater. Er kann also zur Ausübung von Heilkunde berechtigter Psychotherapeut sein, er kann aber auch Sozialpädagoge, Diplompsychologe, kirchlicher Seelsorger oder ohne echte Ausbildung sein.

Der in der Praxis häufigste Fall ist der, dass in der Eheberatung zwar therapeutische Methoden eingesetzt werden (z.B. systemische Therapie, Gesprächspsychotherapie), die beiden Partner aber keine Störungen mit Krankheitswert besitzen. Unter dem Strich liegt in diesen Fällen daher keine Psychotherapie vor. Ob der Eheberater dann Methoden der Psychotherapie oder einfachen Lebensberatung einsetzt, welche Ausbildung er hat usw., das alles ist zwar für die Hilfesuchenden nach wie vor wichtig. Für die Frage, ob die Eheberatung Psychotherapie oder Lebensberatung darstellt, jedoch nicht mehr: Ohne Vorliegen einer Krankheit bzw. "Störung mit Krankheitswert" keine Psychotherapie.

In der Regel geht es bei der Eheberatung um Folgendes:
  • Dem Finden eines Gleichgewichtes zwischen individueller und gemeinsamer Entwicklung als Paar.

  • Offene und versteckte Konflikte einer für beiden Seiten akzeptablen Lösung zuzuführen.

  • Unbewusste Erwartungen zwischen den Partnern aufzudecken.

  • Die Kommunikation zwischen den beiden in Art und Umfang zu verbessern.

  • Den Ausdruck verdrängter Gefühle verbal und non-verbal zu fördern.

  • Übertragungen (Projektionen) innerhalb der Partnerschaft aufzudecken und zu analysieren.

  • Eine von beiden Seiten bewusst getragene, reife und gereifte Entscheidung darüber zu finden, ob Trennung und Scheidung der beste Weg ist.

In all diesen Fällen liegen keine Störungen mit Krankheitswert und daher auch keine Psychotherapie vor, selbst wenn therapeutische Methoden verwendet werden. Es handelt sich faktisch vielmehr um psychologische Lebensberatung. Ob diese nun Eheberatung, Paarberatung, Ehetherapie oder Paartherapie genannt wird, ist zweitrangig.

Dass Eheberatung bzw. Paarberatung nie Psychotherapie darstellt, wie einige Internet-Angebote zur Onlineberatung (ohne heilkundliche Erlaubnis!) glauben machen wollen, ist jedoch falsch. Wenn z.B. ein Ehemann starken Druck auf seine Frau ausübt und diese massive Angst mit psychosomatischen Beschwerden zeigt, dann wird eine Eheberatung relativ schnell zur Psychotherapie. Dies hängt dann nur noch von der Behandlung des Eheberaters ab, wobei der Übergang von psychologische Beratung und Lebensberatung insbesondere zur Gesprächstherapie (=Psychotherapie) schnell erreicht sein kann.

Übrigens, die Klienten selbst sprechen lieber von Eheberatung (bzw. Paarberatung), weniger gern von Ehetherapie (bzw. Paartherapie). Die mit dem Begriff der Ehetherapie einhergehende Assoziation mit Klapsmühle und Versagen scheint hier noch immer wirksam zu sein.

                 

Persönliche oder telefonische Beratung, Online-Beratung

Was Psychotherapie von Beratung und psychologische Beratung von Lebensberatung inhaltlich unterscheidet, ist sicherlich eine zu klärende Frage. Unabhängig davon spielt es für den Interessenten aber auch eine Rolle, in welcher Form diese Dinge angeboten werden (persönlich, telefonisch, Onlineberatung). Überwiegend wird davon ausgegangen, dass Psychotherapie immer einen persönlichen Kontakt beinhaltet und nicht als Onlineberatung oder Telefonberatung möglich ist. Die Frage der zu wählenden Kommunikationsform beschränkt sich daher auf psychologische Beratung bzw. Lebensberatung.

Die persönliche Beratung direkt von Angesicht zu Angesicht und live ist im Allgemeinen am beliebtesten, ausgenommen der Beratungskunde wünscht Anonymität. Wenngleich in geringerem Maße als bei einer Psychotherapie, so ist doch auch bei einer Beratung je nach Anliegen ein Vertrauensverhältnis gefragt, das am besten persönlich entsteht. Für eine psychologische Beratung bzw. Lebensberatung wird dies tendentiell mehr gelten als wie für eine allgemeine Lebensberatung. Einschränkende Voraussetzung für ein persönliches Gespräch ist die örtliche Nähe zum Berater.

Die telefonische Beratung unterliegt dieser Einschränkung nicht, der Beratungssuchende kann unabhängig vom Wohnort aus allen Beratern aussuchen, die eben eine Telefonberatung anbieten. Der Kontakt ist zwar live, getragen allein von der akustischen Verbindung über Telefon, ist eine telefonische Beratung aber manchen zu unpersönlich. Immerhin kann durch die Selbstvorstellung des Beraters auf seiner Homepage und vor allem durch einen oft möglichen kostenlosen Informationskontakt vorher ein relativ guter persönlicher Eindruck gewonnen werden. Manche fühlen sich am Telefon durch die größere Distanz auch beschützter und wohler. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Telefonberatung als Kommunikationsform für eine Beratung generell durchaus bewährt. In einer inhaltlich guten Telefonberatung wird die fehlende direkte Nähe schnell vergessen und kaum vermisst, die inhaltliche und zwischenmenschliche Nähe scheint die fehlende körperliche Nähe weitgehend ersetzen zu können. Insgesamt ist eine Lebensberatung bzw. psychologische Beratung telefonisch durchaus eine Alternative und daher biete ich sie auch selbst an.

Bleibt noch die psychologische Onlineberatung, bei der die Beratung online im Chat, per E-Mail oder in einem Forum erfolgt. Manchmal wird sie auch Internetberatung genannt. Durch den erforderlichen abwechselnden Schreibvorgang, der holprig-träge, also wenig produktiv ist und darüber hinaus die Gefahr von Missverständnissen birgt, leidet die psychologische Beratung oder Lebensberatung erheblich. Hinzu kommt die stark ausgeprägte Unpersönlichkeit. Aus diesen Gründen biete ich sie selbst nur in besonderen Ausnahmen an. Empfehlenswert ist eine Online-Beratung eher für eine allgemeine Lebensberatung und wohl nur für Personen, bei denen Anonymität an erster Stelle steht. Solche Klienten vermögen gerade durch die große Distanz den Mut zu größerer Offenheit und Vertrauen finden. Die Form der Onlineberatung bzw. Internetberatung setzt teilweise auch Grenzen inhaltlicher Art: Eine Eheberatung (Paarberatung) mit zwei Klienten gleichzeitig ist online kaum sinnvoll durchführbar.

                 

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Heilpraktiker, psychologischer Berater, Arzt und Psychologe


Rechtliches – wer darf was?

Zur Psychotherapie sind nur ärztliche Psychotherapeuten, psychologische Psychotherapeuten und Heilpraktiker berechtigt.
Anders sieht es bei der psychologischen Beratung und Lebensberatung aus. Der Gesetzgeber sieht hier weder bei der Berufsausübung noch bei der Berufsbezeichnung die Notwendigkeit zu verbraucherschützenden Einschränkungen. Die Begriffe Berater, Lebensberater und ebenso psychologischer Berater sind gesetzlich nicht geschützt. Es darf sich also jeder so nennen, auch wenn er nur einen psychologischen Wochenendkurs an der Volkshochschule absolviert hat.

Rechtlich gesehen sind die oben genannten Unterschiede zwischen Lebensberatung und psychologischer Beratung daher zunächst kaum von Bedeutung. Sie könnten im Einzelfall aber insofern bedeutsam werden, als der durch Selbstbezeichnungen entstehende Eindruck beim gutgläubigen Klienten in ggf. erforderliche rechtliche Beurteilungen miteinfließt. Interessant ist des Weiteren auch die Frage, inwieweit ein psychologischer Berater bzw. Lebensberater psychische Krankheiten als solche erkennen bzw. vermuten und an Therapeuten verweisen können muss.
Wer mit Lebensberatung wirbt, geht daher wohl das geringste Risiko ein. Die Bezeichnung ist jedem erlaubt und anders als ein psychologischer Berater erhebt er keinen expliziten psychologischen Anspruch. Im Hinblick auf die Form der Dienstleistung ist er nicht eingeschränkt: online, telefonisch oder persönlich ist möglich.

Noch ein Wort zu den Heilpraktikern. Es gibt die Möglichkeit, eine eingeschränkte Prüfung nur über Psychiatrie und Psychotherapie abzulegen, wenn man später nur Psychotherapie und psychologische Beratung oder ggf. Lebensberatung ausüben will (Heilpraktiker für Psychotherapie). Es gibt aber wie in meinem Fall auch uneingeschränkte Heilpraktiker, die sich mit der Prüfung alle Türen offen halten und dennoch nur Psychotherapie und psychologische Beratung bzw. Lebensberatung betreiben. Um diese faktische Spezialisierung sichtbar zu machen, nenne ich mich Heilpraktiker für Psychotherapie, obwohl dies eigentlich einen eingschränkten Heilpraktiker nahelegt.

                 

Psychologischer Berater und Lebensberater – wer kann was?

Der Arbeit psychologischer Berater an Institutionen wie z.B. caritativen Einrichtungen kann man vertrauen. Am freien Beratungsmarkt agieren aber auch diverse Berater, die z.B. mit angeblich kompetenter Lebensberatung werben und die bestehende Gesetzeslage für sich nutzen. Mit beeindruckenden und rechtlich erlaubten Selbstbezeichnungen wie z.B. esoterischer, spiritueller oder psychologisch-spiritueller Lebensberater wird der Interessent geblendet.

Der Mangel an Seriosität ist z.B. daran erkennbar, dass fehlende psychologische Beratungskompetenz und Ausbildung mit einem unverdauten Halbwissen über bedeutungsschwangere Themen wie Reinkarnation, Karma und Hellseherei kompensiert wird. Nicht selten jubelt ein sogenannter psychologischer Berater dem Hilfesuchenden wenig hilfreiche persönliche Werturteile unter oder versieht seine Lebensberatung mit anmaßenden "Rat-Schlägen". Oft arbeiten solche "Experten" auf Internetportalen, wo unzählige Gleichgesinnte ihre Beratung online oder telefonisch anbieten.
Verantwortungsvolle Naturtalente gibt es zwar ebenfalls, eine gesunde Skepsis ist aber grundsätzlich angebracht.

Einerseits ist die angesprochene mangelnde Qualifikation für psychologische Beratung und Lebensberatung einiger ungelernter sogenannter "psychologischer Berater" ein Grund zu Skepsis. Andererseits muss jemand, der eine formale Qualifikation vorweisen kann, noch lange nicht gut in seinem Job sein. Es ist wohl eher so, dass er zumindest keine gröberen Fehler macht. Das ist natürlich sehr wichtig, denn der Klient kann durchaus größeren Schaden erleiden. Dennoch, es macht einem noch nicht wirklich kompetent und erfolgreich. Schließlich soll die psychologische Lebensberatung nicht nur nicht schaden, sondern etwas Produktives bewirken. Und das stellt auch ein langes Uni-Studium noch lange nicht sicher.

Psychotherapie und psychologische Lebensberatung stützen sich in großem Umfang auf Fähigkeiten, besser gesagt Eigenschaften, die durch Studium, Bücher und Übung nur begrenzt ausbildbar sind. Ob sich jemand wirklich mit innerem Interesse, Aufmerksamkeit, Akzeptanz, Einfühlsamkeit und Verständnis den Schwierigkeiten eines im Prinzip fremden Menschen widmen kann, ist primär eine Frage der Persönlichkeit und des Charakters, sowie der menschlichen Reife.
Darüber hinaus ist es eine bekannte Tatsache, dass der Erfolg einer Psychotherapie oder eben auch psychologischen Beratung bzw. Lebensberatung wesentlich von dem Berater-Klienten-Verhältnis abhängt. Wenn die beiden kein gutes Team bilden und miteinander "können", oder wenn kein Vertrauensverhältnis besteht, dann kommt nicht viel raus. Auch dieser Umstand hat wenig mit Ausbildung und Qualifikation zu tun.

Fazit für Sie als möglicher Patient/Ratsuchender:
Ob jemand generell und speziell für Sie ein guter psychologischer Berater bzw. Psychotherapeut ist, hängt von mehreren Umständen ab und ist nicht leicht einschätzbar. Nutzen Sie den in Psychotherapie und professioneller Lebensberatung kostenlosen Erstkontakt. Verlassen Sie sich nicht auf Bezeichnungen wie Eheberatung, Paartherapie, psychologische Lebensberatung oder spiritueller Lebensberater. Schauen Sie nach und fragen Sie nach, verschaffen Sie sich einen Eindruck. Selbst bei einer nur einfachen Lebensberatung geht es immerhin um ihr "Leben"...

Ein professioneller psychologischer Berater oder Psychotherapeut verdient grundsätzlich größeres Vertrauen als solche, die sich lediglich so nennen. Er bringt ein Plus mit, das den Klienten i.d.R. zumindest vor Schaden durch Kunstfehler schützt. Die wichtige Frage der persönlich-charakterlichen Eignung bzw. Fähigkeit stellt sich für jede Tätigkeit, Psychotherapie, psychologische Beratung und allgemeine Lebensberatung. Sie stellt sich ebenso für alle Berufsgruppen, bei einem Heilpraktiker wie mir ebenso wie bei Ärzten, psychologischen Psychotherapeuten oder völlig Ungelernten. Ein formal qualifizierter Berater/Psychotherapeut hat aber zumindest eine längere Zeit investiert und erfolgreich abgeschlossen, währenddessen er sich mit diesem Aspekt auseinandergesetzt haben müsste.

"Wer selbst nichts kann, wird Berater. Und wer auch das nicht kann, berät die Berater." So lautet ein nicht unwitziger Spruch, dessen Erfinder sich dabei hoffentlich nicht auf konkrete Erfahrungen z.B. mit Lebensberatung stützt.




Lebensberatung, Angst und Psychotherapie

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